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Trotz brummender Wirtschaft nur magere Lohnzuwächse

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist für sich betrachtet eher gut. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist in den letzten Jahren sukzessive gesunken und auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Auftragslage ist gut, die Wirtschaft und der Export boomen wie lange nicht. Trotzdem erhalten die Arbeitnehmer in Deutschland nur magere Lohnzuwächse. Was sind die Gründe dafür?


Infografik zur Lohn- und Inflationsentwicklung in Deutschland

Große Sprünge sind bei der Lohnerhöhung schon lange nicht mehr zu erwarten.
Bildquelle: fotogestoeber – 253899976 / Shutterstock.com

 

Die Tatsache, dass die Löhne jährlich um 2-3 % steigen, muss differenziert betrachtet werden. Da die Lebenshaltungskosten aufgrund der Inflation ebenfalls steigen, bleibt bei den meisten nur eine sehr geringe Lohnerhöhung übrig. Die aktuelle Inflationsrate im Jahr 2017 liegt bei 1,7 %. Die Löhne wuchsen in diesem Jahr durchschnittlich um 2,4 %, so dass unter dem Strich nur eine reale Lohnerhöhung von 0,7 % bleibt.

Inflation nagt an der Gehaltserhöhung

2018 erwartet die Deutsche Bundesbank eine Inflationsrate von 1,8 %. So sehen das auch die Finanzexperten von sofortkredite-24.com: „Während Arbeitnehmer 2015 und 2016 aufgrund der sehr niedrigen Inflation von 0,3 bzw. 0,5 % profitieren konnten und mehr von ihrer Lohnerhöhung hatten, wird es im nächsten Jahr erneut nur eine minimale Erhöhung der Reallöhne geben.“

Das überrascht vor allem aufgrund der geringen Arbeitslosenzahlen. Auch auf dem Arbeitsmarkt ergibt sich der Preis aus Angebot und Nachfrage. Daher sollten die Arbeitnehmer bereit sein, mehr zu zahlen. Jedoch gehen die Beschäftigtenzahlen zu einem großen Teil aufgrund von Teilzeitjobs oder befristeten Stellen nach oben, die bekanntlich eine hohe Fluktuation und nur geringe Lohnerhöhungen mit sich bringen.

 

Infografik zur Lohn- und Inflationsentwicklung in Deutschland

Je niedriger die Inflation, desto eher macht sich die Lohnerhöhung bemerkbar.
Infografikquelle: gehaltsreporter.de


Der reale Lohnzuwachs hängt also von der Lohnerhöhung und von der Inflation ab. Über eine zu geringe Inflation sollten sich aber auch Arbeitnehmer nicht freuen, denn steigen die Preise nicht stark genug an, hemmt das Investitionen und Unternehmensgewinne, wodurch Arbeitsplätze gefährdet und die Wirtschaft geschwächt wird.

Um die Inflation auszugleichen, benötigt man also einen entsprechend hohen Lohnzuwachs. Ob man in Zukunft mehr für seine Arbeit bekommt, hängt auch von dem Wirtschaftsbereich ab, in dem man tätig ist. In einigen Branchen sind durchaus höhere Lohnzuwächse zu verzeichnen als in anderen. Vor allem Fachkräfte der IT sind aktuell gefragt und können 2018 mit deutlichen Gehaltssteigerungen rechnen. Folgende Berufe haben große Chancen auf ein stark verbessertes Gehalt mit einem Plus von voraussichtlich 4-7 %:

  • Netzwerk- und Security-Administrator
  • Netzwerkingenieur
  • Netzwerk-Administrator
  • PC-Techniker
  • Software-Entwickler

Ihre Einsatzbereiche werden aufgrund der Digitalisierung stetig größer, da auch Betriebe, die bislang ohne zahlreiche ITler ausgekommen sind, den digitalen Wandel mitgehen müssen. Die Lohnentwicklung für andere Berufe wird sich dabei nicht stark von den Vorjahren unterscheiden.

Größtes Plus bei Wechsel des Arbeitgebers

Die besten Chancen auf eine merkliche Gehaltserhöhung haben dabei Jobwechsler. Aufgrund der annähernden Vollbeschäftigung sind hier Lohnzuwächse von 5-10 % (bei einer Festanstellung), in anderen Fällen sogar bis zu 20 % möglich. Dabei hängt es zusätzlich davon ab, ob man selbst tätig wird oder ob Anfragen von einer Recruiting-Firma vorliegen. Es gibt aber auch Unterschiede beim Gehalt nach Regionen. Wer also mit einem Ortswechsel, beispielsweise nach München, konformgeht, kann bei den Vertragsverhandlungen eventuell mehr herausholen.

Aber selbstverständlich ist auch ohne Orts- und Arbeitgeberwechsel eine Gehaltserhöhung möglich. Den größten Zuwachs kann man noch im Gesundheitswesen und in der Chemiebranche erwarten. Die Lohnerhöhungen sollen hier knapp drei Prozent betragen.

Die prognostizierten Zuwächse belaufen sich in den unterschiedlichen Branchen auf:

  • Ca. 2,8 % in der Chemiebranche,
  • Ca. 2,7 % im Gesundheitswesen,
  • Ca. 2,3 % in der Automobilbranche,
  • Ca. 2,4 % in der Hochtechnologie und
  • Ca. 2,6 % im Finanzsektor.

Der internationale Währungsfonds hält allerdings auch eine Steigerung der Lohnzuwächse für möglich. Da die Kerninflation beständig ansteige, würden auch die Gehälter in Zukunft stärker ansteigen. Wie so oft wirken die Effekte in einer Volkswirtschaft jedoch nur langsam. Aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung, die hierzulande herrscht, ist das aber auch nicht abwegig. Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % in Deutschland. Für 2018 erwarten die Experten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 %, wie dem letzten Bericht zu Deutschland auf imf.org zu entnehmen ist.

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um nach mehr Geld zu fragen?

Gehaltserhöhungen werden in der Regel nicht zum Jahresende vergeben. Der verfügbare Etat wird bei den meisten Unternehmen für das Jahr geplant und neigt sich das Jahr dem Ende zu, ist der finanzielle Spielraum grundsätzlich kleiner und die Unternehmen erhöhen in den Monaten November und Dezember grundsätzlich nicht die Löhne.

Daher ist der Beginn des Jahres meist der beste Zeitpunkt, um ein Gespräch mit dem Chef zwecks einer Lohnerhöhung zu suchen. Fast 30 % der Unternehmen erhöhen die Gehälter für außertarifliche Mitarbeiter im Januar, Tarifverträge werden in knapp 12 % der Unternehmen verbessert. Nur der April steht noch besser da: 40 % der Unternehmen erhöhen außertarifliche Löhne, 20 % die Tarifverträge.

Wer also eine Gehaltserhöhung anstrebt, hat in der ersten Jahreshälfte und vor allem in den zwei genannten Monaten die besten Aussichten auf Erfolg. Das hängt aber natürlich im Einzelfall von der Branche und den Erfolgen des Unternehmens ab, in dem man tätig ist.

Arbeitsplätze fallen der Digitalisierung zum Opfer

Eine markante Lohnerhöhung hängt also von vielen Faktoren ab, wird aber in den kommenden Jahren bei Ansteigen der Inflation ebenfalls schwierig zu erreichen sein. Auch aufgrund der Digitalisierung werden in vielen Bereichen wie beispielsweise der Automobilindustrie zahlreiche Jobs wegfallen. Das wird sich auch im Lohnniveau bemerkbar machen.

Für die am stärksten betroffenen Berufsgruppen ist dann nicht mit großen Gehaltserhöhungen zu rechnen. Dazu zählen unter anderem folgende Bereiche:

  • Fertigungsberufe
  • Berufe im Bergbau
  • Industriemechaniker
  • Textilverarbeitung
  • Verkehr und Logistik

Dabei können aber nicht in allen Branchen alle Aufgaben von Computern und Robotern übernommen werden. Eine signifikante Veränderung wird es aber in fast allen Bereichen geben. In sozialen Berufen oder bei Lehrtätigkeiten hingegen ist die Stelle sicher. Hier wird es in absehbarer Zeit keine großen Veränderungen geben. Bis Kinder und Jugendliche von Maschinen unterrichtet werden, bleibt uns noch etwas Zeit.

Bildquelle: fotogestoeber – 253899976 / Shutterstock.com