Einstiegsgehalt

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2018 – Die Zeiten mickriger Einstiegsgehälter sind vorbei

Seit einigen Jahren schon entwickelt sich die Nachfrage nach Berufseinsteigern in Deutschland sehr positiv. Diese Entwicklung setzt sich auch 2018 fort. Neben der weiterhin sehr guten hiesigen Konjunktur tragen dazu  zunehmend demographische Herausforderungen bei – und verstärken den Trend zu steigenden Einstiegsgehältern. Dies sah vor ca. 4-5 Jahren noch anders aus. Damals stieg das allgemeine Gehaltsniveau ebenfalls moderat, aber die Absolventengehälter entwickelten sich unterdurchschnittlich. Dieser Trend wird sich (insbesondere in den sog. MINT-Berufen) in den kommenden Jahren weiter umdrehen: Leicht überproportionales Wachstum bei Absolventengehältern. Akademikergehälter werden 2018 – ähnlich wie 2017 – moderat um rund 3% steigen (abzüglich der prognostizierten Inflationsrate von 1,7% = 1,3% reale Steigerungsrate).

Pauschal ausgedrückt zahlt die überwiegende Mehrheit der Unternehmen akademischen Berufsanfängern in 2018 Jahresgehälter zwischen 30.000 € und knapp über 60.000 €. Damit liegt das Einstiegsgehalt von Akademikern fast 40% über dem ohne akademische Ausbildung.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Jungakademikern mit Masterabschluss in einer gesuchten Fachrichtung liegt gegenwärtig bei 49.500 Euro. Bachelor-Absolventen verdienen 2018 zum  Einstieg im Schnitt 46.300 Euro und liegen damit nur rund 7% unter den Master-Absolventen. Promovierte Uni-Absolventen können mit durchschnittlich 53.500 Euro einsteigen. Besonders hohe Einstiegsgehälter können (promovierte) Juristen erwarten: Zehn Prozent der Arbeitgeber zahlen mehr als 60 000 Euro, teils sind auch 86.000 Euro und mehr drin. Nur besonders gesuchte Naturwissenschaftler können da noch mithalten.

Was ist mein Marktwert?

Pauschale Aussagen zum Einstiegsgehalt bleiben schwer, denn neben Fachrichtung, Abschlussart, -noten und Skills spielen auch der zukünftige Arbeitgeber, die Branche, die Position und die Region eine wichtige Rolle. Um diese Parameter zu berücksichtigen, haben wir einen Gehaltsrechner für Absolventen entwickelt, mit dem Sie sich kostenlos Ihre individuelle Gehaltsprognose berechnen können. Das Ergebnis: Ein PDF-Report.

 

Mit welchen Einstiegsgehältern ist 2018 je nach Abschluss zu rechnen?

Beim Einstieg in die Industrie verdienen Berufsanfänger mit Hochschulabschluss (Master) 2018  im Schnitt zwischen 45.000 € und 55.000 €. Außerdem ist für die meisten Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine variable Prämie üblich. High Potentials mit überdurchschnittlichen akademischen und beruflichen Leistungen können  relativ unabhängig von der Studienrichtung mit 53.000 € – 58.000 € Jahresbruttogehalt einsteigen. Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern zahlen bis zu 5.000 € weniger p.a.. Promovierte Spitzenabsolventen kassieren zwischen 60.000 € und 75.000 €

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Tabelle: Gehalt nach Hochschulabschluss

AbschlussUnteres QuartilMedianOberes Quartil
Bachelor 46.450 € 47.200 € 50.200 €
Master 44.700 € 48.600 € 55.300 €
Promotion 48.300 € 53.400 € 58.400 €

 

Trainees verdienen in Schnitt 48.000 €, wobei die Gehälter je nach Branche und Größe der Unternehmen sehr unterschiedlich sein können. Teilnehmer des Start Up! -Trainee-Programms der Telekom beziehen beispielsweise Gehälter von 52.000 € +, während Trainees in der Werbewirtschaft teilweise nur etwas mehr die Hälfte (33.000 € -38.000 €) bekommen. Die höchsten Gehälter werden  in den Branchen Chemie/Pharma (54.000 €), Automotive(52.500 €) und Banken/Finanzen (51.000 €) gezahlt. Spitzengehälter werden mit 55.000 – 75.000 € für Inhouse Consultants (unterer Wert der Spanne) sowie Strategieberater und Nachwuchs-Investmentbanker (65.000 – 75.000 €; oberer Wert der Spanne) gezahlt. Bei Top-Anwaltskanzleien wie Milbank, Tweed, Hadley & McCloy können Berufseinsteiger (die Top 5% des Jahrgangs)  bis zu 140.000 € verdienen. Allerdings beschäftigt die Kanzlei auch nur je rund 40 Anwälte in Deutschland. Mindestens 100.000 € legen jedoch mittlerweile alle großen Wirtschaftskanzleien auf den Tisch, um einige der nur rund 900 Absolventen zu rekrutieren, die die harten Einstiegsbedingungen erfüllen. Schlusslichter in Sachen Gehalt bilden die Branchen Medien, Dienstleistungen, der öffentliche Dienst sowie die Zeitarbeitsbranche.

Welche Fachrichtungen (Studiengang) erzielen das höchste Gehalt?

Top: Mediziner und Juristen

Die höchsten durchschnittlichen Einstiegsgehälter erzielen Medizinstudenten. Dies liegt in erster Linie daran, dass ihr Gehalt als Assistenzarzt durch Tarifverträge klar geregelt ist und es keine großen Ausreißer nach oben oder unten gibt. Der Tarifvertrag sieht zum Einstieg mindestens 4.300 € Brutto pro Monat vor, sodass Jahresgehälter von ca. 55.000 € erzielt werden. Die wohl größte Spreizung der Einstiegsgehälter ist auf dem Arbeitsmarkt für Juristen zu beobachten: Hier liegt die Bandbreite plakativ ausgedrückt zwischen 40.000 € und 140.000 € (unterer Wert Einstiegsgehalt in einer kleinen lokalen Kanzlei, oberer Wert momentane Einstiegsgehälter in einigen Top-Großkanzleien amerikanischen Ursprungs). Mit rund 50.000 € Einstiegsgehalt schneidet aber auch der Durchschnittswert aller Juristen im Ranking alle Fachrichtungen besonders gut ab. Insgesamt bezahlen Unternehmen Informatiker, Naturwissenschaftler, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler am besten.

Flop: Geistes- Sozial- und Kulturwissenschaften

Mit deutlich weniger Gehalt müssen sich Absolventen in den Bereichen Design, Philosophie, Geistes- sowie Geschichts- und Kulturwissenschaften begnügen. Daran hat auch die steigende Bedeutung von Soft Skills nichts geändert. Im Schnitt kann hier mit  35.000 € bis maximal 40.000 € gerechnet werden.

Tabelle: Einstiegsgehälter nach Studienrichtung

StudienrichtungØ EinstiegUnteres QuartilMedianOberes Quartil
Naturwissenschaften 52.300 € 45.100 € 51.400 € 58.100 €
Rechtswissenschaften 51.200 € 42.300 € 50.700 € 56.200 €
Wirtschaftswissenschaften 50.100 € 43.400 € 49.800 € 54.300 €
Ingenieurwissenschaften 50.300 € 44.900 € 49.900 € 54.600 €
Informatik 51.200 € 45.800 € 50.500 € 56.100 €
Rechtswissenschaften mit Promotion 59.200 € 45.300 € 58.400 € 66.480 €
Informatik mit Promotion 55.300 € 51.300 € 54.600 € 59.600 €
Medizin 55.800 € 53.200 € 55.300 € 56.200 €
Pharmazie 43.100 € 39.100 € 42.400 € 45.800 €
Grafik / Design 34.200 € 32.600 € 33.900 € 38.700 €
Geistes- und Sozialwissenschaften 35.100 € 32.700 € 34.700 € 39.500 €
Wirtschaftsinformatik 52.400 € 47.800 € 51.500 € 57.100 €
Wirtschaftsingenieurswesen 53.100 € 46.400 € 52.800 € 55.300 €
Agrar- und Umweltwissenschaften 41.100 € 38.200 € 40.900 € 46.700 €
Architektur 36.900 € 32.400 € 36.400 € 41.300 €
Kommunikation / PR 38.700 € 31.200 € 38.100 € 42.500 €
Sprach- und Kulturwissenschaften 37.800 € 33.500 € 37.200 € 39.100 €

Quellen: Eigene Analyse, Statista, Korn Ferry Hay Group

Welches Einstiegsgehalt man bekommt, prägt die Verdienstaussichten meist über viele Jahre, da jede prozentuale Gehaltssteigerung die absolute Differenz vergrößert. Wer mit einem niedrigen Gehalt startet, hat es statistisch gesehen recht schwer, die Differenz später wieder aufzuholen. Das erste Gehalt sollte aber auch nicht alleine ausschlaggebend für die Wahl des Arbeitgeber sein. Bei entsprechender Leistung sind schnelle Steigerungen nach oben immer möglich – mit guten Argumenten, einer Beförderung hin zu Personalverantwortung oder aber auch einem gut geplanten Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber.

Was zahlen große Arbeitgeber gegenwärtig?

Je nach Branche, Unternehmensgröße, Standort und dem spezifischen Gehaltsgefüge als Teil der Unternehmenskultur fallen die Einstiegsgehälter je Unternehmen sehr unterschiedlich aus. Die folgende Tabelle zeigt, dass Mitarbeiter (nach ein paar Jahren Berufserfahrung) in Großkonzernen mit mehr als 5.000 Angestellten rund 40% mehr Gehalt für die gleiche Funktion beziehen. In kleinen Unternehmen mit unter 20 Angestellten sind hingegen 30% weniger als im Durchschnitt drin. Auch hier gilt jedoch: Ausnahmen bestätigen die Regel. So kann ein Absolvent in einer kleinen, aber feinen Unternehmensberatungsboutique deutlich mehr verdienen als bei deutlich größeren Häusern wie Accenture, PWC etc.

Tabelle: Gehalt nach Unternehmen

ArbeitgeberEinstiegsgehalt MinEinstiegsgehalt MaxBemerkung
BMW, Audi, Daimler 51.000 € 55.000 €Neben Grundgehalt gibt es Boni und vergünstigte Preise für Neuwagenleasing
Deutsche Bank 50.000 € 70.000 €Überdurchschnitt. Einstiegsgehälter. Unterer Wert für Trainees, oberer Wert im Investment Banking
Thyssen Krupp ? 57.000 €Ingenieure verdienen bis zu 56.000 € zum Einstieg
Bosch 50.000 € 66.000 €Ingenieure mit Zusatzqualifikation können mit bis zu 66k einsteigen
Aldi Süd 68.000 €Als Regionalverkaufsleiter
Roland Berger 68.000 €Plus Bonus
Boston Consulting Group 70.000 € 85.000 €Je nach Qualifikation auch mehr (z.B. als Jurist mit Promotion, der als Associate einsteigt). Plus Bonus
McKinsey 70.000 € 85.000 €Je nach Qualifikation auch mehr (z.B. als Jurist mit Promotion, der als Associate einsteigt). Plus Bonus
SternSteward 75.000 € 90.000 €Je nach Qualifikation auch mehr (z.B. mit MBA/Promotion). Plus Bonus
Hannover Rück 47.000 €Je nach Verhandlungsposition auch deutlich mehr
Milbank Tweed Hadley & McCloy 140.000 €Einstieg für Top-Juristen mit exzellentem Abschluss
Willkie Farr & Gallagher 130.000 €Einstieg für Top-Juristen mit exzellentem Abschluss

Tabelle: Gehaltsunterschiede nach Unternehmensgröße (Anzahl Mitarbeiter)

>5.0001.001 - 5.000501 - 1.000101 - 50051 - 10020 - 501-19
+40%+30%+15%+5%-10%-15%-30%

In welchen Regionen verdienen Absolventen am meisten?

Die höchsten Einstiegsgehälter können Absolventen im Süden Deutschlands erwarten. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verdienen akademische Berufseinsteiger in Baden-Württemberg 7,5 Prozent mehr Lohn. Die hinteren Ränge belegen  die neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Deutlich mehr Gehalt ist in der Schweiz drin.  Wer in Deutschland 50.000 € verdient, kann in der Schweiz je nach Region in Euro gerechnet auf 68.000 € bis 84.000 € kommen.

Tabelle: Regionale Gehaltsunterschiede

RegionØ Einstiegsgehalt (Median)
PLZ 0 (Dresden, Leipzig, Halle, Cottbus, Jena, ...)Ca. 37.000 €
BerlinCa. 39.000 €
PLZ 1 (Frankfurt/Oder, Brandenburg, Rostock, ...)Ca. 38.500 €
HamburgCa. 43.000 €
PLZ 2 (Kiel, Lübeck, Bremen, ...)Ca. 41.500 €
PLZ 3 (Hannover, Kassel, Fulda, Magdeburg, ...)Ca. 43.500 €
DüsseldorfCa. 46.000 €
PLZ 4 (Essen, Münster, Dortmund, ...)Ca. 42.500 €
KölnCa. 44.000 €
PLZ 5 (Aachen, Bonn, Trier, Mainz, Soest, ...)Ca. 42.500 €
FrankfurtCa. 47.500 €
PLZ 6 (Wiesbaden, Saarbrücken, Mannheim, ...)Ca. 45.000 €
StuttgartCa. 46.000 €
PLZ 7 (Karlsruhe, Freiburg, Offenburg, ...)Ca. 45.000 €
MünchenCa. 48.000 €
PLZ 8 (Augsburg, Ulm, Ravensburg, Rosenheim, ...)Ca. 46.500 €
PLZ 9 (Nürnberg, Regensburg, Würzburg, Erfurt, ...)Ca. 45.500 €
Österreich (gesamt)Ca. 41.000 €
Schweiz (gesamt)Ca. 105.000 CHF

Quelle: Gehaltsreporter, Stepstone, Korn Ferry Hay

Mit welchen Einstiegsgehalt nach Branchen ist zu rechnen?

Die Branchen Banken/Finanzen/Versicherungen, Chemie/Pharma zahlen traditionell die höchsten Einstiegsgehälter. Daran hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Ebenfalls überdurchschnittliche Gehälter sind im Maschinen-/Anlagenbau, der Automobilindustrie, Konsum-Gebrauchsgüter und – mit großer Spreizung – in der Beratung zu erwarten. Die große Spreizung in der Beratung liegt darin begründet, dass es hier einige ‚Ausreißer‘ gibt (z.B. fast 100.000 € Einstiegsgehalt bei BCG oder McKinsey), während der Markt von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt wird (die Einsteigern meist um die 48.000 € zahlen).

Tabelle: Gehalt nach Branchen

BrancheUnteres QuartilMedianOberes Quartil
Banken 45.150 € 52.500 € 57.400 €
Automobilindustrie 45.150 € 50.400 € 55.650 €
Pharma / Healthcare 45.150 € 50.400 € 55.650 €
Consulting 44.100 € 50.400 € 53.550 €
Luft- und Raumfahrtindustrie 43.050 € 50.400 € 55.650 €
Finanzdienstleistung 40.950 € 50.400 € 55.650 €
Chemie / Verfahrenstechnik 42.000 € 50.400 € 55.650 €
E-Technik 40.950 € 49.350 € 54.600 €
Versicherung 40.950 € 48.300 € 51.450 €
Anlagenbau 40.950 € 48.300 € 51.450 €
Maschinenbau 40.950 € 47.250 € 51.450 €
Energiewirtschaft 39.900 € 47.250 € 52.500 €
Stahlindustrie 40.950 € 47.250 € 52.500 €
Konsumgüterindustrie 40.950 € 46.200 € 52.500 €
Telekommunikation 39.900 € 46.200 € 50.400 €
Informationstechnik 38.850 € 45.150 € 48.300 €
Steuerberatung / Wirtschaftsprüfung 38.850 € 44.100 € 49.350 €
Forschung 37.800 € 43.050 € 46.200 €
Transport / Logistik / Verkehr 37.800 € 43.050 € 46.200 €
Handel 34.650 € 40.950 € 45.150 €
Bauindustrie 34.650 € 39.900 € 44.100 €
Medien 31.500 € 38.850 € 44.100 €
Tourismus 28.350 € 34.650 € 39.900 €
Marktforschung / Werbung 28.350 € 34.650 € 37.800 €

Quelle: Gehaltsreporter, Statista

Wie unterscheidet sich das Einstiegsgehalt nach Funktionen?

Tabelle: Gehalt nach Funktion

AbschlussBeruf / FunktionUnteres QuartilMedianOberes Quartil
BachelorBanking 46.000 € 54.000 € 66.000 €
BachelorKey Account Management 43.000 € 53.000 € 60.000 €
BachelorIngenieur (Instandhaltung) 43.000 € 52.000 € 59.000 €
BachelorTechnische F&E 45.000 € 50.000 € 58.000 €
BachelorTest- und Versuchsingenieur 45.000 € 49.000 € 54.000 €
BachelorSteuerfachangestellter 25.000 € 27.000 € 32.000 €
BachelorGestaltung / Design 25.000 € 28.000 € 32.000 €
BachelorWerbung / Produktioner 26.000 € 30.000 € 35.000 €
BachelorLaborkraft 27.000 € 30.000 € 36.000 €
MasterSteuerberatung und WP 51.000 € 58.000 € 61.000 €
MasterRisk Management 49.000 € 57.000 € 61.000 €
MasterAsset Mgt, Immobilien 50.000 € 55.000 € 59.000 €
MasterVersicherungsmathematik 49.000 € 54.000 € 58.000 €
MasterTechnische F&E 47.000 € 53.000 € 62.000 €
MasterArchitektur 30.000 € 32.000 € 36.000 €
MasterSozialarbeit / Sozialpädagoge 31.000 € 33.000 € 38.000 €
MasterRedaktion 28.000 € 33.000 € 39.000 €
MasterKulturmanagement 28.000 € 33.000 € 36.000 €
MasterEventmanagement 31.000 € 34.000 € 39.000 €

Quelle: Gehaltsreporter, Stepstone, Korn Ferry Hay

Die Entscheidung, in welcher Abteilung ein Absolvent nach dem Studium einsteigt, hat großen Einfluss auf sein erstes Gehalt: Nach Funktionen betrachtet liegen technische Bereiche wie Fertigung oder Forschung und Entwicklung bei den Einstiegsgehältern vor ‘softeren’ Disziplinen wie etwa dem Personalwesen. Ein Wirtschaftswissenschaftler, der Firmenübernahmen in der M&A-Abteilung betreut, verdient mehr, als jemand in der Personalabteilung. Dies kann in erster Linie auf die geforderten Qualifikationen bzw. Studienrichtungen zurückgeführt werden (technische Absolventen kassieren z.B. im Schnitt höhere Einstiegsgehälter). In Deutschland zahlen Unternehmen Berufseinsteigern in der Rechtsabteilung mit durchschnittlich 51.200 Euro neben Naturwissenschaftlern das höchste Gehalt, ergab eine Kienbaum-Studie. In Forschung und Entwicklung erhalten Absolventen eine durchschnittliche Vergütung von 49.000 Euro und in der IT-Abteilung verdienen Jungakademiker im ersten Job 48.100 Euro. Am unteren Ende der Gehaltsliste steht die Logistik: Hier erhalten Absolventen lediglich 39.000 Euro; das sind 10.000 Euro weniger, als ein Neuling in der Rechtsabteilung verdient.

Welchen Einfluß hat die Universität auf das Einstiegsgehalt?

Im Gegensatz zu den USA oder Frankreich hat die besuchte Universität in Deutschland einen vergleichsweise geringen Einfluß auf das Einstiegsgehalt. Abgesehen von einigen, wenigen  ‘Eliteuniversitäten’ – und dieser Begriff bezieht sich hier nicht nur auf die 11 geförderten Unis der Exzellenzinitiative – spielt in Deutschland primär die relative Abschlußnote die entscheidende Rolle beim Einstiegsgehalt. Dennoch gibt es einige wenige Hochschulen, die besonders gute Chancen auf hohe Einstiegsgehälter bieten. Nicht zuletzt, da von diesem Universitäten überproportional viele Absolventen in besonders gut bezahlte Jobs in Großkonzernen, Unternehmensberatungen oder Banken und Wirtschaftskanzleien wechseln.

Tabelle: Top-Unis und Hochschulen für Wirtschaftswissenschaften

Hochschule / UniØ Einstiegsgehalt
Hochschule Reutlingen 53.300 €
WHU 53.000 €
HHL 52.100 €
Universität Karlsruhe 50.500 €
Universität Mannheim 49.800 €

Quelle: Gehaltsreporter, Stepstone

Tabelle: Top-Unis und Hochschulen für Naturwissenschaften

Hochschule / UniØ Einstiegsgehalt
RWTH Aachen 55.000 €
TU München 54.300 €
TU Stuttgart 53.800 €
Universität Münster 53.200 €
Universität Mainz 51.700 €

Quelle: Gehaltsreporter, Stepstone

Was bringt ein MBA-Abschluß beim Gehalt?

Die Absolventen von MBA Schools in den USA erzielten 2017 Rekordeinstiegsgehälter. Mit einem MBA Abschluss in Standford sind 3 Jahre nach Abschluss im Schnitt 193.000 US-Dollar drin.Insgesamt liegt das Gehaltsniveau in Europa weiterhin unter dem in den USA. Das Durchschnittsgrundgehalt für MBA Absolventen beträgt in Westeuropa rund 85.000 Euro, in den USA umgerechnet bei ca. 100.000 Euro. Dies liegt auch darin begründet, dass in den USA der Fokus stärker auf Tech Firmen wie Google und Apple oder dem Investmentbanking liegt. Außerdem stehen den höheren Gehältern in den USA auch höhere Studienkosten gegenüber. Während in Europa im Schnitt ca. 33.000 Euro Gebühren gezahlt werden (in Deutschland 17.000 Euro), kommen bei den US-Programmen an Top Unis wie Harvard, Stanford oder Columbia über 100.000 Euro Kosten auf die Studenten zu.

Was in Sachen MBA Jobs und Gehalt wirklich zählt,  ist der MBA dieser oder jener Schule. In Europa steht laut dem Financial Times Global MBA Ranking die französische Insead School mit 167.000 Dollar Jahresdurchschnittsgehalt ihrer Absolventen (3 Jahre nach Abschluss) ganz vorne. Die Konkurrenten London Business School und IESE in Barcelona bringen Saläre zwischen 155.000 und 149.000 Dollar. Die MBA-Abgänger der Handelshochschule Leipzig (HHL) kommen hingegen lediglich auf ein Durchschnittsgehalt von 70.000 Euro – allerdings direkt nach dem Abschluss.

Tabelle: FT Global MBA Ranking 2017

FT Ranking 2017MBA SchuleLandHeutiges GehaltSteigerung
1InseadFrance / Singapore$ 167.30595%
2Stanford Business SchoolUS$ 193.53493%
3WhartonUS$ 180.51292%
4Harvard Business SchoolUS$ 177.54197%
5University of Cambridge: JudgeUK$ 164.714107%
6London Business SchoolUK$ 155.18392%
7Columbia Business SchoolUS$ 172.678103%
8IE Business SchoolSpain$ 168.920108%
9University of Chicago: BoothUS$ 171.094110%
10Iese Business SchoolSpain$ 146.108133%
11CeibsChina$ 156.023155%
12Northwestern University: KelloggUS$ 165.03896%

Quelle: Financial Times

Wie sind die Aufstiegschancen in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften?

Die schnellsten Aufstiege und damit verbundenen Gehaltssteigerungsraten bieten traditionell große und renommierte Investmentbanken und Unternehmensberatungen – auch wenn der Weg nach oben hier nicht mehr ganz so zügig verläuft wie vielleicht noch vor 15 Jahren – und mit entsprechenden Risiken (Up-or-out) verbunden ist. Daneben bieten Unternehmen mit amerikanisch geprägter Unternehmenskultur bei entsprechender Leistung meist überdurchschnittlich schnelle Wege nach oben (Beispiele: Procter&Gamble, Google, Novartis).

Was sind 2018 die bestbezahlten Jobs für Akademiker?

Geschäftsführer und Vorstände
GmbH Geschäftsführer in Unternehmen >250 Mitarbeiter in gut zahlenden Branchen wie Banken/Finanzdienstleistungen, Chemie/Pharma können rund 350.000 € Jahresgehalt verdienen. Die Spitzengehälter liegen bei ca. 2 Mio Euro. Die Vergütung von Vorständen größerer Aktiengesellschaften liegt ebenfalls im siebenstelligen Bereich
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Investmentbanker
In Deutschland können Investmentbanker auf Director-Ebene zwischen 250.000 € und 450.000 € Jahresgrundgehalt verdienen. Hinzu kommen im Schnitt 60% – 70% Bonus. Die Spitzengehälter liegen auch bei Investment-Bankern im siebenstelligen Bereich. In Deutschland dürften dieses Jahr etwa 150 Investment-Banker ein siebenstelliges Einkommen beziehen.
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Juristen
Wer zu den Top 5% der Juraabsolventen eines Jahrgangs gehört (Deutschlandweit max. 500 Kandidaten) kann beim Einstieg in eine Großkanzlei bereits mit über 100.000 € Grundgehalt rechnen.  Wer durchhält und es zum Partner in einer Großkanzlei schafft, wird am Gewinn beteiligt. Das dies eine durchaus lukrative Perspektive sein kann, zeigt das Beispiel der Großkanzlei Mayer Brown: Hier verdienten die Partner in den vergangenen Jahren je rund 700.000 € im Jahr. Einzelnen Staranwälte in den großen Megakanzleien können sich auch über Gehälter im siebenstelligen Bereich (3-4 Millionen Euro pro Jahr ) freuen.
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Private-Equity-Manager
Die Private Equity Branche übte aufgrund der hohen Verdienstmöglichkeiten schon immer eine magische Anziehungskraft auf junge Nachwuchstalente aus. Einsteiger in diese Branche brauchten in den vergangenen Jahren meist schon 3-5 Jahre Berufserfahrung als Investmentbanker, Strategieberater oder Wirtschaftsprüfer und Abschlüsse als Doktor oder MBA mit. Dieses Qualifikationsniveau erklärt auch die vergleichsweise hohen Gehälter: 80.000 € bis 110.000 € pro Jahr zum Einstieg. Mit entsprechender Expertise und größeren Projektumfängen steigen die Bezüge auf 148.000 € bis 210.000 €. Bei Übernahme von Mitarbeiterverantwortung liegen die Jahresbruttogehälter in einer Spanne von 184.000 € bis 274.000 €. Der Exit-Boom der letzten Jahre hat die Einkommen der Geschäftsführer und Partner aufgrund der branchenüblichen, bis zu 20%-igen Beteiligung an dem aus Firmenverkäufen erzielten Gewinns (Carried Interest) oftmals bis in den deutlich siebenstelligen Bereich geschraubt.
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Chefärzte
Chefärzte mit bis zu dreijähriger Berufserfahrung können mit Gesamteinnahmen von rund 248.000 Euro im Jahr rechnen. Chefärzten, die über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung verfügen, erzielen durchschnittliche Jahreseinkommen von ca. 393.000 Euro. Die Spitzengehälter fallen noch deutlich höher aus: Ein führender Professor für Radiologie kann an einer Uniklinik auch mehrere Millionen Euro pro Jahr einnehmen, wenn er Privatpatienten abrechnen darf. Überproportional hohe Einkommen erzielen Chefärzte dabei vor allem durch die Konzentration auf privat Versicherte bzw. Privatzahler. Gegenwärtig gibt es etwa 1.200 Chefärzte an der Spitze der Fachabteilungen deutscher Universitätskliniken. Die durchschnittlichen Privathonorare der ärztlichen Direktoren werden auf rund 160.000 € p.a. geschätzt – netto wohlgemerkt.
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Unternehmensberater
Einsteiger können bei den Top 3 Strategieberatungen (McKinsey, The Boston Consuting Group, Bain) in Deutschland gegenwärtig mit 90.000 € – 110.000 € Jahresgesamtvergütung (inklusive 10 – 20% erfolgsabhängigem Bonus) starten. Hinzu kommen Extras wie Dienstwagen, Handy und Altersvorsorge. Im zwei- bis dreijährigen Rhythmus folgen Karriere- und Gehaltssprünge. So verdienen (Senior-)Projektleiter bei den Top-5 Strategieberatungen zwischen 120.000 € bis 190.000 € (inkl. Bonus). Ein Associate Principal (die Stufe zwischen Projektleiter und Partner) wird bei McKinsey beispielsweise mit 200.000 € – 250.000 € Gesamtgehalt vergütet. Die Partner großer (Top-)Häuser verdienen im Schnitt rund 300.000 € – 350.000 €. Rund ein Viertel von ihnen liegt über 350.000 Euro im Jahr. Beim Marktführer McKinsey erhält ein Partner (Principal) laut Manager Magazin je nach Betriebszugehörigkeit geschätzte 400.000 € – 900.000 € Grundgehalt (Structural Award). Hinzu kommt ein Bonus (Additional Award), der je nach Firmenerfolg sehr unterschiedlich ausfällt (zuletzt rund 30% des Basissalärs). Langjährige Spitzenkräfte großer Strategieberatungen (‘Senior Directors’) kommen auf Jahresgehälter von 2 – 3 Mio. € und mehr.
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Was ist 2018 das durchschnittliche Gehalt deutscher Akademiker?

Akademische Fachkräfte ohne Personalverantwortung verdienen in Deutschland im Durchschnitt rund 66.000 € im Jahr. Die höchsten Durchschnittseinkommen (ca. 85.000 €) realisiert die Berufsgruppe der Ärzte. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass die Gehälter aufgrund der Tarifverträge stark reguliert sind: das Gehaltsniveau ist im Schnitt recht hoch, es gibt nur wenige Ausreißer nach unten, aber einige nach oben (z.B. Chefärzte oder niedergelassene Radiologen)

Wie groß ist die Spanne zwischen einzelnen Akademikergehhältern? Wie viel verdienen Akademiker mehr als Nicht-Akademiker?

Im Durchschnitt liegt das Jahresbruttogehalt von Akademikern rund 18.000 € über dem vom Nicht-Akademikern. Noch größere Auswirkungen auf das Gehalt hat allerdings die Auswahl der ‚richtigen‘ Branche. Eine Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nachgewiesen, dass Hochschulabsolventen in einer schlecht zahlenden Branche wie z.B. in der Tourismus-, Hotel- und Gaststättenbranche im Laufe ihres Berufslebens durchschnittliche Erwerbseinkünfte von rund 1,3 Millionen Euro erzielen. Ein ausgebildeter Spezialist kann in der IT-Branche hingegen bis zu Rente mit kumulierten Gehaltszahlungen von rund 2,2 Mio. Euro rechnen. Grundsätzlich gilt aber weiterhin, dass eine Investition in die eigene Bildung und in einen höheren Bildungs- und Berufsabschluss die größten Chancen auf ein hohes Gehalt und damit den höchsten ‚Return on investment‘ bietet.

Wie wichtig sind die Faktoren Abschluss (MA, BA, Promotion), Unityp (FH/Uni), Branche, Standort, Unternehmensgröße für das spätere Gehalt von Hochschulabsolventen?

Oft unterschätzt: Den wichtigsten Einfluß auf das Gehalt hat die Branche. Wer sich für ein Studium entscheidet und nach dessen Abschluß ein gutes Gehalt erzielen möchte, sollte sich die Branche, für die ihn das Studium qualifiziert, genau anschauen. Auch nach Studienabschluss sollte der Branchenauswahl unter Gehaltsgesichtspunkten große Beachtung geschenkt werden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass sich ein Branchenwechsel im Laufe der Berufskarriere zunehmend schwierig gestalten. Es sei denn, man arbeitet in einer Querschnittsfunktion wie HR, IT oder Finanzen.

Abschluß und Unityp haben zu Beginn der Karriere einen starken Einfluß auf das Gehaltsniveau, der sich im Laufe der Karriere aber wieder nivellieren kann. So liegen zwischen dem durchschnittlichen Einstiegsgehalt eines Bachelor-Absolventen und dem eines promovierten Berufsstarters rund 25% Differenz. Im Laufe von 5-10 Jahren kann dieser Startvorsprung aber bei entsprechender Karriereentwicklung wieder eingeholt werden.

Standort und Unternehmensgrößen können ebenfalls signifikante Gehaltsdifferenzen bedingen. In kleineren Unternehmen mit deutlich unter 500 Mitarbeitern muss mit rund 20% weniger Gehalt als in Großunternehmen gerechnet werden.  Was auf dem Gehaltszettel steht, hängt darüber hinaus entscheidend vom Arbeitsort ab. In Großstädten und Ballungszentren wie München, Düsseldorf und Frankfurt/Main werden tendenziell die höchsten Gehälter gezahlt, während ländliche Gebiete und ostdeutsche Städte wie Cottbus und Schwerin am Ende der Skala zu finden sind. Frankfurt und München liegen beispielsweise 17% – 19% über dem Bundesdurchschnitt, der Osten bis zu 25% darunter.

Worauf muss man bei der Vergleichbarkeit von Gehältern achten?

Besonderes Augenmerk sollten Absolventen auf die Vergleichbarkeit der Einstiegsgehälter richten.

Wird über monatliche Gehaltszahlungen gesprochen, so macht es beispielsweise einen gewaltigen Unterschied, ob 12, 13, oder – wie bei Tarifgehältern zum Teil üblich – 13,82 Monatsgehälter gezahlt werden. Bei einem Monatsgehalt von 3.260 Euro bekommt man in Jahr z.B. bei

  • 12 Monatsgehältern auf 39.120 Euro
  • 13 Monatsgehältern auf 42.380 Euro
  • 13,82 Monatsgehältern auf 45.053 Euro.

Darüber hinaus spielen Ziel- und Fixgehälter eine wichtige Rolle.

Ein Beispiel: Der Arbeitgeber vereinbart ein Grund- bzw. Fixgehalt von 40.000 €. Bei 100% Erreichung der vereinbarten Ziele werden 45.000 € ausgezahlt (Zielgehalt). Werden die gesetzten Ziele um 50% übertroffen, stehen dem Angestellten 47.500 € zu. Hinzu kommen „weiche” Gehaltsbestandteile wie Vermögenswirksame Leistungen, Aktienoptionen, Firmenwagen oder Betriebliche Altersversorgung, die sich meist nur schwer in zusätzliches Jahresgehalt umrechnen lassen.

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