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Ausblick 2024: Inflation und Fachkräftemangel bleiben wichtigste Treiber der Lohnentwicklung

Endlich gute Nachrichten für Arbeitnehmer: Die Inflation hat sich in den letzten Monaten abgeschwächt, sodass ein in Q3/2023 ein Reallohnwachstum verzeichnet werden konnte. Die Gehälter stiegen laut Statistischem Bundesamt um 6,3%, während die Verbraucherpreise in Deutschland um 5,7% zulegten. Mit 10,3% verzeichnete der Niedriglohnsektor prozentual die stärksten Lohnzuwächse. Ursache dafür ist unter anderem die steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3.000 € (rund 3/4 der deutschen Unternehmen haben ihren Beschäftigten diese bezahlt). Auf das Gesamtjahr 2023 wurde trotz einer durchschnittlichen Erhöhung von 4,4% ein Reallohnverlust verzeichnet - das dritte Jahr in Folge.

2024 wird trotz weiter schwieriger Wirtschaftsbedingungen ein Jahr mit signifikanten realen Gehaltserhöhungen werden. Die Prognosen schwanken zwischen rund 4-5% Lohnsteigerung bei 2,7% Inflation.

Erhöhungsbudgets deutscher Unternehmen für 2024 zwischen 3,9% und 5%

Für 2024 wird laut einer Studie des Beratungshauses Lurse mit einem Erhöhungsbudget von durchschnittlich 3,9 % über alle Mitarbeitergruppen gerechnet. Die Unternehmensberatung Willis Towers Watson (WTW) prognostiziert Gehaltssteigerungen von 4,1 Prozent (2023: 4,5%). Kienbaum sieht gar einen Anstieg um 5 Prozent. Die sinkende Inflation (Prognose 2024: +2,7 Prozent) führt erstmals seit Jahren wieder zu einem realen Lohnanstieg. Damit dürfte sich auch der Druck auf die Tarifvertragsparteien wieder etwas entspannen. Tarifgebundene Firmen rechnen für 2024 mit +3,7%, nicht-tarifgebundene mit +4,2 %.

Elektro-Industrie vorn, Pharma-/Chemie-Branche Schlusslicht

Auf Branchen bezogen rechnen die Unternehmen der Elektrotechnik-, Elektronik- und Halbleiter-Industrie mit 4,1 % die höchste Erhöhungsbudgets ein. Von den niedrigsten Zuwächsen (3,6 %) ist in der Pharma-, Chemie- und Öl-Industrie auszugehen. Wobei letztere Wirtschaftszweige sich prinzipiell bereits auf einem vergleichsweise sehr hohen Gehaltsniveau bewegen.

Erhöhung des Mindestlohns auf 12,41 €

Mit dem 1.1.2024 steigt auch der Mindestlohn in Deutschland von 12,00 € auf 12,41 €, was einer Erhöhung von 3,4% entspricht. Da auch Minijobs nicht vom Mindestlohn ausgenommen sind, steigt die Geringfügigkeitsgrenze zum 1. Januar 2024 von 520 auf 538 Euro pro Monat an.

02.01.2024
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