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Gehälter der Führungskräfte in Deutschland sind in den vergangenen 50 Jahren um das Sechsfache gestiegen

Die Unternehmen in Deutschland haben die Gehälter ihrer Führungskräfte in den vergangenen 50 Jahren versechsfacht: Das ergab eine Langzeitanalyse der Managementberatung Kienbaum. Seit 1963 untersucht das Beratungsunternehmen die Vergütung von Führungskräften auf alle wesentlichen gehaltsbestimmenden Merkmale. Die aktuelle 50. Ausgabe der Studie basiert auf Daten von 7.378 Einzelpositionen aus 1.043 Unternehmen.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Gehälter der Führungskräfte um 3,3 Prozent, ergab die Kienbaum-Studie. Für das kommende Jahr planen die Unternehmen die Vergütung ihrer Führungskräfte in einem ähnlichen Umfang anzuheben: Um durchschnittlich 3,2 Prozent sollen die Gehälter binnen Jahresfrist noch einmal steigen.

Hierarchieebene ist stärkster Einflussfaktor auf Gehaltshöhe

Das Managementlevel der jeweiligen Führungskraft und der Umfang der Aufgaben und des Bereichs, den sie verantwortet, beeinflussen die Gehaltshöhe besonders stark: Eine Führungskraft der mittleren Ebene verdient mit 101.000 Euro durchschnittlichem Jahresgehalt 36 Prozent mehr als eine Führungskraft der operativen Ebene, die eine Vergütung von 74.000 Euro im Jahr erhält. Eine Führungskraft der oberen Ebene verdient mit 155.000 Euro Jahresgesamtbezügen sogar 109 Prozent mehr als eine Führungskraft auf operativer Ebene und immerhin 53 Prozent mehr als eine Führungskraft auf mittlerer Hierarchieebene. „Je höher die Position hierarchisch einzuordnen ist, desto mehr Verantwortung muss der Mitarbeiter übernehmen. Das macht sich bezahlt, denn diese höheren Anforderungen beeinflussen die Vergütungshöhe erheblich“, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Unternehmensgröße hat starken Einfluss auf Vergütung

Die Unternehmensgröße beeinflusst die Höhe der Gehälter bei Führungskräften ebenfalls stark: Führungskräfte in einem Unternehmen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern verdienen mit 112.000 Euro Bruttojahresgehalt 24 Prozent mehr als eine Führungskraft in einer Firma, in der lediglich bis zu 50 Angestellte arbeiten. Diese erhalten lediglich 90.000 Euro im Jahr. Das Gehalt einer Führungskraft ist in einem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten mit 151.000 Euro im Schnitt sogar 68 Prozent höher als das einer Führungskraft in einem Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern. „Führungspositionen in größeren Firmen beinhalten komplexere Aufgabenstellungen. Das geht auch mit einer höheren Vergütung einher. Auf der anderen Seite sollte nicht übersehen werden, dass Führungskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen häufig infolge der flachen Hierarchien unmittelbare Verantwortung tragen“, sagt Christian Näser.

Chemieunternehmen vergüten Führungskräfte am besten

Je nach Branche unterscheidet sich das Gehaltsniveau deutlich: In der Chemiebranche verdient eine Führungskraft mit 145.000 Euro Jahresgesamtbezügen 22 Prozent mehr als eine Führungskraft durchschnittlich über alle Branchen hinweg. Das branchenübergreifende Durchschnittsgehalt beträgt 119.000 Euro. Im Vergleich zu einer Führungskraft in einer gemeinnützigen Organisation, die lediglich 88.000 Euro im Jahr erhält, ist die Vergütung der Führungskräfte in einem Chemieunternehmen sogar 65 Prozent höher.

Die meisten Führungskräfte erhalten einen Bonus

Ein Großteil der Führungskräfte in Deutschland kommt in den Genuss eines variablen Vergütungsanteils: Für 87 Prozent der Führungskräfte ist ein solcher Bonus vorgesehen. Auf der oberen Führungsebene erhalten sogar 93 Prozent eine variable Vergütung, während die Unternehmen 86 Prozent der Führungskräfte auf mittlerer Ebene und 75 Prozent auf operativer Ebene einen jährlichen variablen Vergütungsanteil zahlen. Der Bonus beträgt durchschnittlich 32.000 Euro für Führungskräfte der oberen Ebene; das entspricht 20 Prozent ihres Gesamtgehalts. Der Anteil der variablen Vergütung macht bei Führungskräften auf mittlerer Ebene 15 Prozent ihrer Gesamtbezüge aus, was einem zusätzlichen Bonus von 16.000 Euro entspricht. Auf der operativen Führungsebene erhalten die Mitarbeiter eine variable Vergütung in Höhe von 8.000 Euro – das sind zehn Prozent ihres Gesamtgehalts.

„Boni haben sich in den vergangenen Jahren als Vergütungsinstrument für Führungskräfte in Deutschland flächendeckend durchgesetzt. Für die Unternehmen bringen sie den Vorteil mit, dass sie ihre Personalaufwendungen so in gewissem Umfang an ihre Ertragssituation anpassen können, und die Führungskräfte können sich bei entsprechender Leistung und einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung über teils erhebliche Extrazahlungen freuen“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.

07.11.2012
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