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Gehaltserhöhung 2023: +5% und weiterhin Reallohn-Verluste

Nachdem die tariflichen Neuabschlüsse in 2022 rund 4,5% Plus erreichten, deuten Umfrageergebnisse für 2023 auf Steigerungsraten um die 5% hin. Die Unternehmensberatung Willis Towers Watson (WTW) prognostiziert Gehaltssteigerungen von 4,5 Prozent. Kienbaum sieht einen Anstieg um 4,9 Prozent. Das Ifo-Institut und Randstad gehen von 5,5 Prozent höheren Löhnen in 2023 aus.

Einige Tarifbranchen und Betriebe mit zweistelligen Steigerungsrate

Wie bereits im vergangenen Jahr deutlich wurde, unterscheiden sich die Lohnsteigerungen zwischen einzelnen Branchen und Betrieben immer deutlicher. Während bis 2020 über fast eine Dekade rund 3% nominale und 1% reale jährliche Lohnzuwächse (bei 2% Inflation) quer durch alle Branchen realisiert wurden, hat sich das Bild durch Corona, Inflation und Energiekrise deutlich gewandelt. Echte Reallohnzuwächse wurden im vergangene Jahr vor allem in klassischen Niedriglohnbranchen wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe, der Gebäudereinigungsbranche oder der Zeitarbeit verzeichnet. Die Entgeltzuwächse lagen hier im Schnitt über 9% und in den unteren Tarifgruppen wurden teils zweistellige Steigerungen vereinbart. Die gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro im Herbst 2022 trug ebenfalls zu überdurchschnittlichen Steigerungen bei.

Steuerfreie Inflationsausgleichsprämie

Seit Oktober 2022 können Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3.000 Euro auszahlen. Unternehmen haben bis Ende 2024 die Möglichkeit, diese Ausgleichsprämie zu bezahlen. Vom vollen Umfang dürften vor allem Beschäftigte großer Unternehmen profitieren.

Getroffene Vereinbarungen für 2023

Je nach Branche wurden für 2023 bereits folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Automobil: +5,2% in 2023 und +3,3% in 2024. 3.000 € Inflationsprämie in zwei Trachen

  • Banken: 500 € Einmalzahlung für Tarifbeschäftigte und +2% ab 08/2023. Inflationsprämien in unterschiedlicher Höhe

  • Bau: +2% ab April 2023 und Einmalzahlung von 450 €

  • Chemie: +3,25%  in 2023 und +3,25% in 2024. 3.000 € steuer- und abgabenfreier Inflationszuschuss

  • Gastronomie / Hotellerie: +8,4% für Fachkräfte mit Berufsausbildung (15,50 €/h)

  • Handwerk: +5,2% ab Juni 2023 und +3,3% ab Mai 2024

  • Krankenhäuser: In der Pflege bis zu 20% mehr Gehalt. Darüber hinaus steigen die Mindestlöhne. Ärzte fordern über den Marburger Bund mindestens 10% Inflationsausgleich plus Lohnsteigerung

  • Maschinenbau: +5,2% ab Juni 2023 und +3,3% ab Mai 2024. Plus 3.000 € Inflationsprämie

  • Öffentlicher Dienst: Tarifrunde ab Januar 2023. Verdi fordert +10,5% (mind. 500 €/Monat)

  • Pharma: +3,25% ab 2023 und +3,25% in 2024. 3.000 € Inflationsprämie

  • Transport und Logistik: +4,2% ab Januar 2023

  • Verkehrsbetriebe: +4,5% laut Eisenbahntarifvertrag. Nächste Tarifrunde März 2023

  • Versicherungen: +2,0% ab September 2023 und 2.000 € Inflationsprämie

03.01.2023
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